Ohne Übertreibung kann man heute sagen, dass die Firma Serif mit ihren Affinity-Produkten Designer, Photo und dem Publisher ganz schön Staub aufgewirbelt hat. Viele Anwender sind sehr zufrieden mit dem schon jetzt sehr umfangreichen Funktionsumfang der Software-Suite. Und das bei einer Versionierung von 1.8.5 und einem unschlagbaren Preis. Natürlich muss man auf spezielle Funktionen noch verzichten, wie zum Beispiel eine Fußnoten-Verwaltung im Affinity-Publisher, aber man darf sich sicher sein, dass Serif alles daransetzen wird, fehlende Funktionen so schnell wie möglich nachzuliefern. Bei einigen Protagonisten scheint es auch eine Unart zu sein, die ausgereiften InDesign-Funktionen mit den aktuellen Affinity-Publisher-Features zu vergleichen.

In einigen Foren wird dann auch darüber diskutiert, ob Adobe sich Sorgen machen muss. Viele lehnen mittlerweile das ABO-Modell seitens Adobe ab. Auf der Online-Seite der Fachzeitschrift PAGE findet man auch Äußerungen, dass der ständige Update-Wahn bei Adobe stört und dass das Zusammenspiel der Adobe-Suite mit dem Betriebssystem Windows sehr schlecht geworden ist. Ob das zutrifft, kann ich nicht beurteilen.

Umso erstaunter stelle ich nun aber fest, dass man in der Fachpresse gar nicht so viele Artikel über die einzelnen Affinity-Programme findet. Serif sieht Deutschland als drittgrößten Absatzmarkt. Dies wurde mir seitens der Firma mitgeteilt. Warum wird dann nicht mehr über Affinity berichtet? In besagter PAGE findet man Artikel aus dem Jahr 2018 und 2019, wobei man über den Designer 1.7, den Designer für das iPad und die Beta-Version des Publishers sehr einseitig berichtet. Ein Artikel über Affinity-Photo stammt aus dem Jahr 2015. Folge-Artikel zu aktuelleren Affinity-Versionen kann ich hier nicht entdecken. Eine Anfrage bei der Redaktion, man möge doch etwas mehr berichten, blieb bisher unbeantwortet.

Über die Google-Suche bin ich auf einen Bericht vom Juli 2019 auf der Website MEDIENREFORMER gestoßen. Man hat hier versucht, den Workflow von der Adobe Suite hin zur Affinity-Suite zu organisieren. In einem Nachtrag vom Dezember 2019 hat man dann beschlossen, aus Zeitmangel bei Adobe zu bleiben.

Im Netz fand ich dann bei Hitchecker.de einen Artikel mit der Überschrift „Tschüss Adobe Illustrator, aber hallo Affinity Designer“. Der Artikel ist sehr umfangreich und propagiert am Schluss dann auch, dass sich der Designer für Selbstständige und kleine Unternehmen lohnt.

Einen weiteren Artikel unter dem Titel „Affinity vs. Adobe – Konkurrenz für den Platzhirsch?“ zu Überlegungen eines Wechsels zu Affinity-Programmen konnte ich auf der Website von Verlagederzukunft.de entdecken.

Alles in allem finde ich das Angebot an informativen Affinity-Berichten sehr mager. Umso mehr freue ich mich aber, dass es auch Leute gibt, die sich intensiv mit der Affinity-Suite auseinandersetzen. Einige lesenswerte Artikel und auch Videos findet man bei publishingblog.ch aus der Schweiz.